Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nach wie vor eine der tödlichsten Formen der Krankheit, wobei die Überlebensraten hinter denen vieler anderer Krebsarten zurückbleiben. Eine neue Studie enthüllt einen entscheidenden Mechanismus, der seine aggressive Ausbreitung vorantreibt: Bauchspeicheldrüsentumoren wachsen nicht einfach; Sie programmieren das umgebende gesunde Gewebe aktiv um, um ihre Invasion zu unterstützen. Dies erklärt, warum es so schwierig ist, den Krebs einzudämmen, sobald er sich auszubreiten beginnt.
Die stille Invasion: Wie Krebs gesunde Zellen kooptiert
Die von Forschern des Center for Research on Inflammatory Diseases (CRID) durchgeführte Studie ergab, dass Bauchspeicheldrüsentumoren das Gewebe um sie herum manipulieren und es zu einem Verbündeten machen. Konkret regen die Tumoren die Zellen dazu an, große Mengen eines Proteins namens Periostin zu produzieren, das das Strukturgerüst von gesundem Gewebe – die extrazelluläre Matrix – umformt und es Krebszellen erleichtert, durchzubrechen und Nerven zu erreichen.
Dieser als perineurale Invasion bekannte Prozess ist ein Kennzeichen der Aggressivität von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Krebszellen wandern wie Autobahnen entlang der Nerven und breiten sich schnell in andere Körperteile aus. Die Forscher nutzten fortschrittliche Genanalysen, um genau zu kartieren, wie dies auf zellulärer Ebene geschieht, und integrierten Daten aus Dutzenden von Tumorproben mit beispielloser Präzision.
Warum die Behandlung fehlschlägt: Eine gestärkte Tumorumgebung
Die Umformung des Gewebes um den Tumor herum unterstützt nicht nur die Invasion; es schafft auch eine physische Barriere gegen die Behandlung. Die Tumorumgebung wird dicht und faserig, ein Phänomen, das als desmoplastische Reaktion bekannt ist und das Eindringen von Chemotherapeutika und Immuntherapeutika erschwert. Diese Schutzschicht ermöglicht es Krebszellen, zu überleben und sich unkontrolliert weiter auszubreiten.
Weltweit fordert Bauchspeicheldrüsenkrebs jedes Jahr fast so viele Todesopfer, wie er diagnostiziert, wobei jährlich etwa 510.000 neue Fälle und Todesfälle gemeldet werden. Schätzungen des Nationalen Krebsinstituts (INCA) zufolge gibt es in Brasilien jährlich etwa 11.000 neue Fälle und 13.000 Todesfälle. Der Onkologe Pedro Luiz Serrano Uson Junior stellt fest, dass trotz Behandlung nur etwa 10 % der Patienten ein langfristiges Überleben erreichen.
Das Versprechen der Präzisionsmedizin: Periostin im Visier
Das Forschungsteam glaubt, dass Periostin ein vielversprechendes neues Ziel für Therapien darstellt. Die Blockierung seiner Aktivität oder die Eliminierung der Zellen, die es produzieren, könnte die Nerveninvasion begrenzen und die Ausbreitung des Krebses verlangsamen. In klinischen Studien bei anderen Krebsarten werden bereits Antikörper getestet, die Periostin blockieren sollen, und Forscher hoffen, dass der gleiche Ansatz auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs funktionieren könnte.
Diese Strategie steht im Einklang mit dem breiteren Trend zur Präzisionsmedizin, bei der Behandlungen auf spezifische molekulare Veränderungen im Tumor eines Patienten zugeschnitten sind. Uson schlägt vor, dass sich zukünftige Therapien darauf konzentrieren könnten, zu verhindern, dass der Tumor überhaupt invasiv wird.
„Wenn wir Antikörper oder Medikamente entwickeln können, die diese Sternzellen blockieren, verfügen wir über Instrumente, mit denen wir verhindern können, dass der Tumor so früh diese invasive Fähigkeit erlangt“, sagt Uson.
Die Studie zeigt auch die Leistungsfähigkeit fortschrittlicher Datenanalysen, die neue Erkenntnisse aus bestehender Forschung gewinnen. Der nächste Schritt besteht darin, diese Erkenntnisse in wirksame Behandlungen umzusetzen, die bevor sich der Krebs ausbreitet, und einen potenziellen Durchbruch im Kampf gegen diese tödliche Krankheit darstellen.









